Herausnehmbare Brücken - Teleskope - Teleskopprothesen auf Konuskronen
Dies ist eine Spezialität unserer Praxis und insbesondere unseres Praxislabors: kombiniert festsitzend-herausnehmbarer Zahnersatz ohne störende Gaumenabdeckung des Oberkiefers bzw. störenden Kunststoffbügel im Unterkiefer.
Wie muss man sich das vorstellen?
Schauen wir uns dafür zunächst einmal das an, was der Laie typischerweise als Zahnprothese oder auch "Dritte Zähne" kennt:
Dies ist der "Klassiker" unter den Prothesen: eine typische Totalprothese für Menschen, die schon alle ihre Zähne - im obigen Beispiel im Oberkiefer - verloren haben. Sie erkennen hier unschwer, dass der ganze Gaumen bedeckt ist.
Wir schmecken unsere Nahrung jedoch nicht nur mit der Zunge, sondern auch mit dem Gaumen - nicht umsonst spricht der Volksmund ja auch vom "Gaumenschmaus", wenn er eine Speise als besonders lecker bezeichnen will. Können Sie sich also vorstellen, auf wieviel Genuss Menschen verzichten müssen, die mit so einer "Totalen" auskommen müssen?
Auch die Funktion des Kauorgans wird durch eine Totalprothese massiv gestört, da solche Prothesen ja nur noch auf der vergleichsweise weichen Mundschleimhaut aufliegen, sie jedoch überhaupt nicht im Kieferknochen fest verankert sind. Dieses Problem tritt vorzugsweise im Unterkiefer auf, da sich dort erfahrungsgemäß der Kieferknochen flacher abbaut als im Oberkiefer. Ergebnis: eine in der Mundhöhle mehr oder weniger schlecht befestigte Apparatur, welche das Zerkleinern der Nahrung deutlich erschwert.
Nur unwesentlich besser ist die Situation im folgenden Beispiel:
Sie sehen im Vordergrund eine gegossene, metallische Klammer. Diese Prothese wird also immerhin noch an einem natürlichen Zahn festgehalten und sitzt daher fester. Aber:
- Auch hier ist der Gaumen vollständig abgedeckt.
- Bei einer solchen Konstruktion (Gussklammer an ausschließlich einem Zahn) ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann auch der letzte Zahn fallen wird. Beim Herausnehmen der Prothese, um sie z.B. reinigen zu können, muss die Gussklammer vom Haltezahn abgezogen werden. Hierbei wird der Zahn unweigerlich in seinem Knochenfach hin- und herbewegt und dadurch auf lange Sicht gelockert. Es tritt also - natürlich in stark verlangsamter Form - der gleiche Effekt ein, den ein Zahnarzt ausübt, wenn er einen Zahn mit der Zange ziehen muss.
Sollten noch zwei, drei oder mehr eigene Zähne vorhanden sein, wird die Belastung für die einzelnen Zähne natürlich geringer. Nichtsdestotrotz führt eine solche Prothese langfristig zu weiterem Zahnverlust.
Was machen wir jetzt in unserer Praxis anders?
Wir gestalten Prothesen als herausnehmbare Brücken. Hier sehen Sie ein Beispiel, wie so etwas aussieht:
Diese herausnehmbare Brücke - in der Fachsprache reden wir hier von einer teleskopierenden Prothese oder kurz Teleskopprothese - wird auf nur vier Pfeilerzähne aufgeschoben. Dies können Sie in diesem Bild leider nicht so eindeutig erkennen.
Was Sie aber deutlich sehen, ist, dass Sie nichts Rosafarbenes mehr finden. Weder unter den Zähnen, noch am Gaumen. Der Gaumen wird bei dieser Art der Versorgung völlig frei gelassen. Damit ist der volle geschmackliche Genuss beim Essen gewährleistet. Außerdem haben Krankheitserreger, welche sich in den ansonsten schlecht durchgespülten Gaumenfalten unter einer "rosa Prothese" leicht einnisten können, keine besseren Überlebenschancen mehr, da die Gaumenschleimhaut - wie bei z.B. einem Vollbezahnten auch - permanent vom Speichel durchspült wird.
Falls Sie nicht mehr so viele eigene Zähne haben:
Bevor ich jetzt jedoch noch ein wenig genauer auf die technischen Details eingehen möchte, ist ein kurzer Einschub für alle diejenigen angebracht, welche weniger als vier Zähne im Ober- oder Unterkiefer haben, die nur noch sehr lockere Zähne haben oder bei denen die Zähne nicht so strategisch günstig stehen wie im oberen Foto.
Bitte unternehmen Sie an dieser Stelle nun einen "Ausflug" auf unsere Implantatinformationsseite. Um gleich an die für Sie passenden Informationen zu kommen, suchen Sie bitte dort dann etwas weiter unten nach dem Artikel für Wenigbezahnte. Danach kommen Sie bitte wieder an diese Stelle zurück. Bis gleich!
Das Technische
So, nachdem wir jetzt hoffentlich wieder alle beisammen sind, möchte ich Ihnen erklären, wie so eine abnehmbare Brücke, eben eine Teleskopprothese, ihren Halt findet.
Betrachten Sie bitte einmal ganz genau folgendes Bild:
Die rosafarbenen Prothesensättel sind optional, man hätte auch auf sie verzichten können.
In diesem Beispiel wird die abnehmbare Brücke auf relativ vielen Pfeilerzähnen abgestützt, wobei Sie sehen können, dass wir die abnehmbaren Zähne sowohl mit "Zahnfleisch", also den rosa Prothesensätteln gestalten können, als auch ohne, und das an ein und derselben Arbeit.
Wir sprachen eingangs dieses Kapitels über kombiniert festsitzend-herausnehmbaren Zahnersatz und jetzt können Sie direkt erkennen, was gemeint ist:
Die konusförmigen Goldkronen - welche für sich genommen ja noch nicht wie fertige Zähne aussehen, sondern allenfalls wie Goldzahnstümpfe - werden fest auf die natürlichen Zähne aufgeklebt, also ganz genau, wie z.B. eine "normale" weiße Vollkeramikkrone oder eine Goldkrone.
Darüber wird nun der herausnehmbare Teil, nämlich die eigentliche Teleskopprothese, gestülpt. Da hier also Krone auf Krone gesetzt wird, sprechen wir hier auch gelegentlich von einer Doppelkrone: Auf die fest einzementierte Innen- oder Primärkrone wird die an der Teilprothese befestigte Außen- oder Sekundärkrone geschoben.
Der Halt dieser Prothese wird durch eine definierte Reibung, die sogenannte Friktion, gewährleistet. Außerdem können im Einzelfall die Goldkronen auch völlig parallel zueinander gefräst werden - da kann es aber dann schon einmal sein, dass Sie, solange die Prothese noch neu ist, eine ganze Tagesschaulänge brauchen, bis sie diese abnehmbare Brücke dann auch wirklich abgenommen haben. Dies ist jedoch das kleinere Problem, was wir in der Praxis dann auch relativ schnell beheben können, wenn Sie das wünschen.
Womit wir schon beim Thema "Festigkeit" und "Sicherheit" wären!
Wie oben bereits erwähnt: Auch der herausnehmbare Teil einer solchen Kombinationsversorgung ist, wenn er richtig in die Endposition geschoben wird, fest, und zwar ohne Wenn und Aber! Und damit auch sicher.
Sie können völlig unbeschwert Ihrer Arbeit oder Ihrem Hobby nachgehen: Sie brauchen nichts mehr irgendwie festhalten. Und auch jedes Festmahl oder jede Vesper können Sie bedenkenlos genießen.
Übrigens: Ein weiterer Clou einer solchen Versorgung ist die Hygiene. Wenn Sie bitte noch einmal auf das Bild schauen möchten:
Sie können sehr einfach mit einem kleinen Bürstchen zwischen die Goldzähne, also die Konuskronen, gehen und Zahnbelag konsequent entfernen, was mich als Parodontologen (Zahnarzt, der sehr viel Zahnfleischbehandlungen durchführt, siehe auch "Tätigkeitsschwerpunkt Parodontologie") sehr freut. Die Gefahr, dass ein Goldpfeiler wegen fortgeschrittener Zahnbettentzündung (Parodontitis) mit einhergehendem Knochenverlust locker wird und entfernt werden muss, ist eindeutig geringer.
Außerdem treten hier keine Hebeleffekte beim Abziehen der Prothese auf, wie das bei oben gezeigten Klammerprothesen der Fall ist. Die noch im Mund vorhandenenen Pfeilerzähne werden also physiologisch, d.h. "normal", belastet.
Und noch ein wertvoller Vorteil:

Sie haben möglicherweise noch das Bild vor Augen, wie Ihr Opa oder Ihre Oma, als Sie noch ein Kind waren, abends die Zähne in ein Wasserglas legten. Oder Sie sind zur Zeit selbst davon betroffen...
Mit einer herausnehmbaren Brücke gehört auch dieses Bild endgültig der Vergangenheit an. Sie nehmen die Brücke nur noch dann heraus, wenn Sie sie und die Pfeilerzähne reinigen. Ansonsten kann sie rund um die Uhr im Mund verbleiben!
Jetzt kommt es nur noch auf Sie an!
Jetzt wissen Sie, dass Zahnlosigkeit, Knochenabbau, Totalprothesen oder sonstige mehr oder weniger wackelnde "Dritte Zähne" kein unabwendbares Schicksal sind.
Sie wissen, was wir für Sie tun können und wie es funktioniert: Sie kennen also unser gemeinsames Ziel.
Jetzt müssen Sie nur noch wissen, wie Sie zu diesem Ziel gelangen. Da ja bekanntlich auch die längste Reise mit dem ersten Schritt beginnt: Rufen Sie uns an oder schicken eine E-Post. Fragen Sie uns nach einer solchen Lösung und erleben Sie eine völlig neue Qualität des "Kauens und Genießens".
