Zähneknirschen
Zähneknirschen, Bruxismus, ist ein relativ weit verbreitetes Phänomen und auch Problem, dessen sich die Betroffenen oft nicht bewusst sind.
Auf dem obigen Bild können Sie deutlich erkennen, was beim Knirschen so alles läuft:
- Die Zähne werden in merkwürdigen, unnatürlichen Positionen aufeinander gepresst;
- dadurch unterliegen sie einer außergewöhnlichen, unphysiologischen Abnutzung;
- die mimische Muskulatur des Gesichts wird ebenfalls über Gebühr angespannt;
- Kopf- und Nackenschmerzen sind die Folge.
Da meistens nachts während des Schlafs geknirscht wird, merken die Betroffenen höchstens indirekt, dass sie knirschen:
- Sie wachen morgens mit unerklärlichen Schmerzen auf. Dies können Zahn-, Kopf-, Schläfen-, Nacken- oder Muskelschmerzen sein.
- Da sie keine wirkliche Nachtruhe mit der nötigen Entspannung finden konnten, fühlen sie sich morgens wie "gerädert".
- Gelegentlich stellen die Lebenspartner das Knirschen fest und geben den Knirschern einen entsprechenden Hinweis.
Nicht selten ist es jedoch erst der Zahnarzt, der Zähneknirschen feststellt, in dem er z.B. bei den betroffenen Patienten die typischen Spuren nächtlichen Knirschens findet. Dies sind spiegelblank polierte, scharf abgegrenzte platte Zahnflächen.
Auch ein Muskeltastbefund führt oft zur richtigen Diagnose des Bruxismus'.
Ist es nicht eigentlich egal, ob ich knirsche?
Selbst wenn es Ihnen subjektiv nichts ausmachen sollte, dass Sie morgens mit Beschwerden aufwachen oder dass Ihr(e) Lebenspartner(in) durch nächtliches Knirschen gestört wird:
Beim Knirschen werden unglaublich hohe Kräfte entwickelt, die die Zähne ertragen müssen. Diese Kräfte können im Einzelfall bis zu zehn Mal stärker sein als diejenigen Kaukräfte, welche Sie benötigen, um harte Nahrung zu zerkleinern.
Wenn Sie sich über das Ausmaß dieser Kräfte jetzt vielleicht noch kein Bild machen können, dann halten Sie sich bitte vor Augen, dass Sie mit diesen Kräften Ihren Zahnschmelz "plattmachen", also die mit weitem Abstand härteste Körpersubstanz!
Probieren Sie bitte einmal folgenden Selbsttest:
Stecken Sie einen Ihrer Finger zwischen die Zahnreihen und beißen Sie so fest zu, dass Sie es gerade eben noch aushalten und Sie Ihren Finger nicht verletzen.
Obwohl Sie verständlicherweise nicht mit voller Kraft zubeißen werden, tut es dem Finger auch so schon ganz schön weh. Und dabei nutzen Sie noch nicht einmal Ihre volle Kaukraft!
Und dann stellen Sie sich diesen Kaudruck bitte noch einmal mindestens zehn Mal so stark vor...
Sie sehen also: Es ist nicht egal, ob Sie mit den Zähnen knirschen, auf lange Sicht ist es sogar gefährlich!
Was sind die Folgen, wenn der Bruxismus nicht behandelt wird?
Zunächst einmal werden die Zähne beim Knirschen unphysiologisch, d.h. ungesund, belastet und v.A. überlastet. Die Zähne werden übermäßig abgeschliffen, abgerieben und abgenutzt. Dadurch senkt sich im Laufe der Zeit die Bisshöhe, also der Abstand von Ober- und Unterkiefer zueinander beim Zubeißen, ab.
Die Spätfolge eines solchen abgesenkten Bisses sind Fehlbeanspruchungen der Kiefergelenke, die ebenfalls schmerzhaft werden können. Für Sie wichtig zu wissen:
Die Kiefergelenke sind die kompliziertesten Gelenke Ihres gesamten Körpers. Sie sind daher im Ernstfall schwer zu therapieren.
Noch ungünstiger ist die Situation, wenn Sie einseitig knirschen. Dann können Sie wegen des ungleichmäßigen Abriebes nicht mehr beidseitig harmonisch zubeißen, was dann also Kaubeschwerden verursacht.
Durch die ständige Überbelastung mit enormen Kräften (zur Erinnerung: bis zum zehnfachen der normalen Kaukraft) können Zähne auch locker werden und schließlich ausfallen, da der Knochen durch diese Kräfte auf Dauer dem Druck nachgibt und abbaut.
Zusätzliche Probleme, wenn z.B. Kronen oder Teilprothesen notwendig werden:
Schauen Sie sich bitte einmal diesen durchsichtigen Zahn an:
Das Rote ist das Zahnmark, die Pulpa.
Sie sehen hier rot dargestellt die Pulpa eines Zahnes, den "Nerv" oder besser das Mark des Zahnes.
In schweren Fällen von Bruxismus ist der Zahn (das durchsichtige Weiße im Bild) durchaus so weit abgerieben, dass nur noch eine dünne Hartsubstanzschicht die Pulpa verschließt. Das kann dann z.B. so aussehen:
Stark abgeriebene Zähne im Oberkiefer, von der Schneidekante aus gesehen.
Die dunkelbraune Fläche ist nur noch eine dünne Dentinschicht, die das Zahnmark schützt. Würde diese zur Aufnahme einer Krone auch noch abgeschliffen, schaute nur noch das blanke Zahnmark, die Pulpa, heraus.
Muss nun ein solcher Zahn zur Aufnahme einer Krone beschliffen werden, weil er z.B. schlicht stumpf ist und der Betroffene nicht mehr richtig kauen kann, oder weil er z.B. für den Halt einer Prothese, mit der verlorene Zähne ersetzt werden müssen, dringend gebraucht wird, so muss das Bisschen Hartsubstanz auch noch beschliffen werden, sodass die Pulpa schutzlos der Mundhöhle ausgeliefert ist. Eine Wurzelkanalbehandlung mit all ihren Risiken ist dann die Folge.
Wie kann ich Zähneknirschen vermeiden?
Drehen Sie Ihren Stress-o-Meter wieder auf "ruhig".
Durch nächtliches Pressen und Knirschen wird psychischer Druck, welcher sich tagsüber aufgebaut hat, abgearbeitet. Daher wäre im Grunde genommen die einfachste Lösung, solche Drucksituationen zu vermeiden.
Dies wird sich jedoch in der Realität so gut wie nie umsetzen lassen, da die Stressauslöser z.B. der Beruf oder auch Probleme im Privaten sein können. Den Beruf kann man selten von heute auf morgen wechseln und Privatbeziehungen lassen sich auch nicht so ohne Weiteres "kündigen".
Also setzen wir unseren Knirschpatienten eine Aufbissschiene ein. Ein Beispiel einer solchen Schiene sehen Sie hier:
Die Schienen bestehen aus einem widerstandsfähigen Kunststoff und sind in aller Regel recht angenehm zu tragen. Getragen werden Sie zumeist nachts, können aber auch tagsüber in stressigen Situationen ins Gebiss eingesetzt werden.
Diese Schienen sind fast unsichtbar und Sie können, auch wenn die Schienen eingesetzt sind, sprechen. Sogar essen ist mit ihnen möglich. Dies ist immer dann sehr wichtig, wenn wir die Schienentherapie einsetzen, um abgesenkte Bisse (siehe oben) wieder anzuheben.
Und diese Schienen sind, wenn sie durchgebissen sind, einfach zu ersetzen.
Wir stellen unsere Aufbissschienen in unserem praxiseigenen Labor her.
In besonders schweren Fällen kommen auch kompliziertere Schienen zum Einsatz, ggf. unter Einschaltung eines Funktionstherapeuten.
Sie sehen also:
Obwohl die Folgen eines unbehandelten Knirschens recht unangenehm und kompliziert sein können, haben wir eine einfache Möglichkeit, diese Folgen zu vermeiden. Und das schöne daran: Weder im Privat- noch im Berufsleben werden Sie durch eine solche Therapie beeinträchtigt.
Bitte vereinbaren Sie einen unverbindlichen Untersuchungstermin bei uns.
Unsere Kontaktdaten finden Sie hier.
